Nach der Nomination zum FIFA-Schiri haben wir mit Paolo gesprochen und spannende Antworten zu seinem Weg im Futsal erhalten
Der Weg zum FIFA-Badge: Ab Januar trägst du das FIFA-Abzeichen. Wie hast du davon erfahren, und was hat dich auf dem Weg dorthin am meisten geprägt?
Im Jahr 2025 hat es mit der FIFA-Nomination noch nicht geklappt. Trotzdem habe ich nie aufgegeben und meinen Weg konsequent weiterverfolgt. Meine Leistungen waren konstant, und ich konnte mich kontinuierlich weiterentwickeln. Schliesslich erhielt ich den Anruf der Kommission mit der Mitteilung, dass für das Jahr 2027 ein Wechsel vorgesehen ist. In diesem Moment wusste ich: Meine Chance ist gekommen. Es hat sich gezeigt, dass sich Geduld, harte Arbeit und Durchhaltewillen auszahlen.
Faszination Futsal: Was macht Futsal für dich als Schiedsrichter so besonders, und was unterscheidet es am stärksten vom Spiel auf dem Grossfeld?
Futsal ist intensiver, schneller und taktischer. Jede Sekunde zählt – genau das macht diesen Sport für mich so einzigartig. Gleichzeitig stellt er auch an uns Schiedsrichter hohe Anforderungen. Besonders die fünf kumulierten Fouls pro Halbzeit machen das Spiel speziell: Ab dem sechsten Foul gibt es einen direkten Freistoss ohne Mauer aus zehn Metern. Das bedeutet, dass praktisch jeder Entscheid spielentscheidend sein kann. Diese Dynamik und die hohe Konzentration, die jederzeit gefordert ist, faszinieren mich am Futsal besonders.
Ein Moment, der bleibt: Welches Spiel oder welche Situation in der Swiss Premier League ist dir besonders in Erinnerung geblieben, und was hast du daraus gelernt?
Grundsätzlich kann man aus jedem Spiel etwas lernen. Fehler gehören dazu – entscheidend ist, wie man damit umgeht. Wichtig ist für mich deshalb, nach jedem Spiel die eigene Leistung kritisch zu analysieren und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Zu meinen persönlichen Highlights zählen sicherlich mein Debüt im Jahr 2023 sowie das Cupfinale im vergangenen Jahr. Auch die internationalen Austauscherfahrungen in Deutschland, Italien und Schweden waren für mich besonders wertvoll. Jede dieser Erfahrungen hat mich sowohl sportlich als auch persönlich weitergebracht.
Vorfreude auf die internationale Bühne: Worauf freust du dich als FIFA-Schiedsrichter am meisten? Gibt es ein Turnier, ein Land oder eine Begegnung, von der du träumst?
Ich freue mich grundsätzlich auf jeden einzelnen Einsatz und vor allem auf die neuen Erfahrungen, die ich auf internationaler Ebene sammeln darf. Es gibt für mich nicht das eine bestimmte Turnier oder Land, das im Vordergrund steht. Vielmehr bin ich gespannt, wohin mich dieser Weg führen wird. Besonders freue ich mich natürlich darauf, herauszufinden, wo mein erster internationaler Einsatz stattfinden wird.
Neue Anforderungen: Was ändert sich für dich mit dem FIFA-Status, etwa bei Training, Fitnesstests, Sprache oder Spielvorbereitung? Wie bereitest du dich darauf vor?
Grundsätzlich ändert sich für mich in der täglichen Arbeit nicht viel. Ich werde weiterhin hart trainieren, die Regeln vertiefen und Spielsituationen anhand von Videos analysieren. Meine Vorbereitung bleibt dieselbe: Jedes Spiel wird mit der gleichen Ernsthaftigkeit, Konzentration und Professionalität angegangen – unabhängig davon, auf welcher Bühne ich im Einsatz stehe. Der FIFA-Status ist für mich deshalb kein Grund, etwas an meiner Einstellung zu ändern, sondern vielmehr eine zusätzliche Motivation, weiterhin an mir zu arbeiten.
Schlussfrage: Was bedeutet deine Nomination für die Schiedsrichter der Nordwestschweiz, und was möchtest du ihnen mitgeben?
Meine Nomination bedeutet mir persönlich sehr viel und zeigt, dass auch ein etwas anderer Weg zum Ziel führen kann. Ich habe meinen Weg im Futsal weitgehend alleine und ausserhalb des klassischen Rasenfussballs verfolgt. Vier Jahre nach meinem Rücktritt aus der Talentgruppe der Nordwestschweiz darf ich nun dieses Ziel erreichen.
Meinen Schiedsrichterkollegen möchte ich deshalb mitgeben: Glaubt an eure Träume und bleibt eurem Weg treu, auch wenn er nicht immer einfach ist. Entscheidend sind Leidenschaft, Freude und der Wille, sich stetig weiterzuentwickeln. Diese Eigenschaften sollten unabhängig von der Liga oder der Bedeutung eines Spiels immer dieselben bleiben.